Eine Geschichte einer Nymphomanin – Nymphomaniac (2013)

Nymphomaniac ist ein zweiteiliges Filmdrama vom dänischen Regisseur Lars von Trier aus dem Jahr 2013. Der Däne ist umstritten aufgrund seiner expliziten und extrem gewalttätigen Darstellungen, meist gegenüber Frauen. Wegen seiner Länge wurde der Film in den meisten Ländern in einer kürzeren und zweigeteilten Kinofassung veröffentlicht. Die Kinofassung geht insgesamt 241 Minuten und der Director’s Cut sogar 326 Minuten.

Worum geht es?

An einem kalten Winterabend findet der Junggeselle Seligman eine übel zugerichtete Frau in einer Gasse hinter seinem Haus. Er nimmt Joe, die sich selbst als Nymphomanin bezeichnet, mit in seine Wohnung, wo er ihre Wunden versorgt und sie fragt, was ihr passiert ist. Ein langes, intimes und detailreiches Gespräch entspinnt sich. Aufmerksam hört der ältere Mann zu, während Joe – in acht Kapiteln – die lustvolle, verzweigte und facettenreiche Geschichte ihres Lebens, von ihrer Geburt bis zu ihrem 50. Lebensjahr, erzählt.

Eine Geschichte einer Nymphomanin

Joe (Charlotte Gainsbourg) erzählt Seligman (Stellan Skarsgård) ihre Lebensgeschichte bis zu diesem Vorfall. Die Geschichte ist voller Lust, aber auch Leid. Sie erzählt es in acht Kapiteln. Entjungfert wurde sie mit 15 Jahren von Jerôme (Shia LaBeouf), der das ohne großen Aufwand macht, drei Stöße von vorne und fünf von hinten. Die junge Joe wird von Stacy Martin verkörpert. Im ersten Kapitel wird Sex als ein Spiel gezeigt ohne Liebe. Jerôme ist Joe’s große Liebe, was in mehreren Kapiteln aufgegriffen wird. Die Beziehung zu ihrem Vater bekommt ein eigenes Kapitel. Ihr Vater liegt im Sterben, was Joe mitnimmt. Die Geschichte wird in Schwarz-Weiß erzählt, was zur Atmosphäre beiträgt.

Seligman und Joe

Seligman ist ein alter Mann, der noch nie Sex hatte, außer mit sich selbst und sich als asexuell versteht, versucht Joe gut zuzureden. Er geht gerne Fliegenfischen, dadurch bringt er Vergleiche zu Joe’s Geschichte mit dem Fliegenfischen. Joe ist auch nicht dumm, auch wenn sie sehr direkt spricht, ist es nicht unangenehm. Sie erzählt ihre Vergangenheit, die sie hinter sich lassen will. Joe sagt ganz klar, dass sie nicht sexsüchtig ist, was ihren Charakter interessanter macht.

Softporno oder doch richtig?

Alle Sexszenen werden explizit gezeigt und man kann den Film schon als Porno bezeichnen. Es ist ein pornografisches Werk mit guter Handlung. Mit Nymphomaniac hat man 4 Stunden gute Unterhaltung, man wird auch mit vielen Themen konfrontiert (z. B. Abtreibung). Nymphomanie wird nicht als was Schlechtes dargestellt. Shia LaBeouf zeigt hier auch, dass er einen unsympathischen Menschen spielen kann. Alle Handlungen von Joe sind nachvollziehbar. Auf den Film Nymphomaniac bin ich durch Wolfgang M. Schmitt aufmerksam geworden, der den im Adventskalender von Cinema Strikes Back empfohlen hat. Schaut auch einfach den Director’s Cut, auch wenn er lange ist. Dadurch, dass es in Kapiteln aufgeteilt, kann man sich es auch einteilen.

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